Praxis-Tipp: Den Hausnotruf steuerlich absetzen

Die Pflege eines nahestehenden Angehörigen zu Hause belastet und kann enorme Kraft kosten. Wenn dann noch die finanzielle Belastung hinzukommt, fragen sich viele Senioren: Wie lange kann ich mir das noch leisten?
Vielleicht kennen Sie diese Situation aus eigener Erfahrung. Gut, dass Sie sich über steuerlichen Hilfen informieren.

• Bisher galt die Regelung: Wer im Pflegeheim wohnt, kann die Kosten von der Steuer absetzen. Alle anderen nicht.
• Das Finanzgericht Baden-Württemberg hält diese Praxis in einem jetzt veröffentlichten Urteil für unrechtmäßig (FG Baden-Württemberg, Urteil v. 11.6.2021 - 5 K 2380/19)

Hausnotruf euregiotax

 

Die umstrittene Frage, ob die Steuerermäßigung für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen nach § 35a Abs. 2 Satz 1 EStG auch für Aufwendungen eines Hausnotrufsystem “außerhalb des betreuten Wohnens” gewährt werden kann, muss der Bundesfinanzhof noch entscheiden (BfH Az. VI R 7/21).

Betroffene können sich dennoch auf das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg berufen. Sie sollten Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen, wenn das Finanzamt die Kosten für den Hausnotruf nicht akzeptiert. Dann bleibt der eigene Steuerfall zumindest offen, bis der Bundesfinanzhof abschließend über den Streit entschieden hat.

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier: haufe.de

Gerne sind wir Ihnen bei steuerlichen Fragen zu diesem Thema behilflich.

20.10.2021 Renate Pingel, Steuerberaterin

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