Buchführung / BMF-Schreiben zur Neuregelung des § 141 AO durch das AbzStEntModG* vom 02.06.2021

Wird die Umsatzgrenze von 600.000 Euro überschritten, kann das Finanzamt den gewerblichen Unternehmer oder Land- und Forstwirt zu einer Buchführung verpflichten.

  • Bisher wurden alle Umsätze -einschließlich der steuerfreien Umsätze- herangezogen, lediglich die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 UStG waren ausgenommen.
  • Nach der Neuregelung werden alle Umsätze abzüglich der steuerfreien Umsätze nach § 4 Nr. 8 Buchst. i, Nr. 9 Buchst. b und Nr. 11 bis 29 UStG sowie abzüglich der steuerfreien Hilfsumsätze nach § 4 Nr. 8 Buchst. a bis h, Nr. 9 Buchst. a und Nr. 10 UStG herangezogen.

Das Finanzamt kann den Unternehmer zur Buchführung auffordern, wenn er im Jahr 2021 die neue Umsatzgrenze überschreitet. Die Buchführungspflicht gilt dann gemäß § 141 Abs. 2 AO ab dem Wirtschaftsjahr 2022.

§ 141 AO hat Bedeutung für gewerbliche Unternehmen, die nicht originär buchführungspflichtig sind. Auf den § 141 AO kommt es nicht an, wenn die gewerbliche Unternehmer als Kaufleute nach § 238 HGB buchführungspflichtig sind, für die die handelsrechtliche Buchführungspflicht über § 140 AO auch für das Steuerrecht gilt.

Quelle: BMF, Schreiben v. 5.7.2021 – IV A 4 – S 0310/19/10001 : 004, BBK 15/2021 A. 700

* AbzStEntModG = Gesetz zur Modernisierung der Entlastung von Abzugsteuern und der Bescheinigung der Kapitalertragsteuer

24.08.2021 Olga Leusing, Steuerberaterin

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