Bundesfinanzministerium schafft Einkommensteuerpflicht für Photovoltaik-Anlagen bis zehn Kilowatt ab

Wann sollten Sie beim Finanzamt einen Antrag auf steuerlich unbeachtliche Liebhaberei stellen?
Gerade kleine PV-Anlagen führen oft zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt. Die Gewinnerzielungsabsicht wird angezweifelt. In den ersten Jahren werden in der Regel höhere Verluste erwirtschaftet. Die Finanzverwaltung möchte diesen langjährigen Streit vermeiden und hat eine Vereinfachung geschaffen (BMF 2.6.21, IV C 6 – S 2240/19/10006;006)

Aus Vereinfachungsgründen kann auf schriftlichem Antrag, ohne weitere Prüfung, in allen offenen Veranlagungszeiträumen unterstellt werden, dass die PV-Anlage nicht mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird.

Das bedeutet: Gewinne und Verluste bleiben nur dann bestehen, wenn sie in einem verfahrensrechtlich nicht mehr änderbaren Steuerbescheid berücksichtigt wurden.
Insbesondere in Fällen, in denen bereits für ältere Jahre Verluste anerkannt wurden und diese nicht mehr geändert werden können, kann ein Antrag sinnvoll sein.

Achtung: Begünstigt sind nur kleine PV-Anlagenmit einer installierten Leistung von bis zu 10 kW
Außerdem muss die Anlage sich auf einem zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder auf einem unentgeltlich überlassenen Ein- oder Zweifamilienhaus befinden.

Die Ausführungen gelten nur für die Einkommensteuer!

Umsatzsteuerlich ist eine Gewinnerzielungsabsicht unbeachtlich. Hier ist allein die Einnahmeerzielung entscheidend!

10.08.2021 Claudia Cordes, Steuerberaterin

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