Corona Digitalisierungskosten und Hygienemaßnahmen

m Rahmen der Corona-Überbrückungshilfe III werden förderfähige Fixkosten, die das bezuschusste Unternehmen im relevanten Zeitraum getragen hat, erstattet. Hierzu gibt es einen vordefinierten Fixkostenkatalog. Dieser enthält unter anderem Kosten für bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten bis zu € 20.000 pro Monat sowie Kosten für Investitionen in die Digitalisierung von einmalig bis zu € 20.000, die im Förderzeitraum angefallen sind.

Um eine möglichst einheitliche Handhabung zu gewährleisten, wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie diesbezüglich eine Positivliste erarbeitet, die einzelne förderfähige Digitalisierungs- und Hygienemaßnahmen beinhaltet.

Für den Fall eine Inanspruchnahme der Förderung bestimmter Maßnahmen, sollte vom Unternehmen unbedingt eine tatsächliche Begründung und ein entsprechendes Hygiene- und Digitalisierungskonzept erstellt werden. Aus diesem Konzept sollte eindeutig hervorgehen, dass die jeweilige Maßnahme für eine erfolgreiche Umsetzung der Corona-Hygienemaßnahmen unbedingt erforderlich ist. Des Weiteren sollten die einzelnen Maßnahmen dokumentiert und mit dem Corona-Hygienekonzept abgestimmt werden.

Im Fall der Fälle ist dieses Konzept der Bewilligungsstelle vorzulegen. Diese Anforderung kann auch erst im Rahmen der Schlussabrechnung angefordert werden.
Liegt ein entsprechendes Konzept nicht vor, können die getragenen Kosten nicht gefördert werden.

Digitalisierungsinvestitionen
Ursprünglich war die Intention, dass Einzelhändler auf den Weg in den Onlinehandel in der Pandemiesituation gefördert werden. Aktuell geht es auch um die Förderung der Digitalisierung von Geschäftsprozessen.
Um aber Förderung in Anspruch zu nehmen, ist eine fundierte und aussagekräftige Dokumentation mit einem Digitalisierungskonzept notwendig. Bei den Digitalisierungskosten sind einmalig bis zu € 20.000 ansetzbar. Allerdings ist der Zeitpunkt des Ansatzes in den FAQ´s nicht detailliert aufgeführt. Hier ist evtl. vorab zu klären in welchen Monat diese Kosten fallen, da es aufgrund unterschiedlicher Fördersätze in den verschiedenen Monaten zu einer niedrigeren Förderung kommen kann.

Entscheidend ist, für welchen digitalen Geschäftsprozess die Investition notwendig ist und insbesondere wie das Ausgangs- und Zielbild der Digitalisierung beim Unternehmen durch diese Maßnahme erreicht werden kann. Insoweit ist für die Überbrückungshilfe III ein aussagekräftiges Digitalisierungskonzept enorm wichtig.

Unstrittig laut FAQ mit Stand vom 13.04.2021 sind folgende Investitionen in Digitalisierung förderfähig:Aufbau oder Erweiterung eines Online-Shops, Eintrittskosten bei großen Plattformen

  • Lizenzen für Videokonferenzsysteme
  • erstmalige SEO-Maßnahmen, Website-Ausbau
    Neuinvestitionen in Social Media Aktivitäten
  • Kompetenz-Workshops in digitalen Anwendungen
  • Foto-/Video-Shootings, wenn sie zur Ausübung der betrieblichen oder selbstständigen Tätigkeit erforderlich sind
  • Anschaffungen und Erweiterung von elektronischen Aufzeichnungssystemen im Sinne des § 146a Abgabenordnung (AO)-TSE

Hinweise zu baulichen Corona-Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen zu Hygienekonzepten

Die Aufführung der nachfolgend dargelegten Maßnahmen ist nicht abschließend.

Bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen

  • Abtrennungen
  • Teilungen von Räumen
  • Absperrungen
  • Trennschilder

Hygienemaßnahmen

  • Anschaffung mobiler Luftreiniger bspw. durch Hepafilter oder UVC-Licht
  • Die Nachrüstung bereits bestehender stationärer Luftreiniger durch Hepafilter oder UVC-Licht
  • Maßnahmen zur temporären Verlagerung des Geschäftsbetriebs in Außenbereiche
  • Förderfähige Hygienemaßnahmen umfassen u. a. Einmalartikel zur Umsetzung von Hygienemaßnahmen, wie Schnelltests, Desinfektionsmitteln und Schutzmasken.
  • Schulung von Mitarbeiter/innen zu Hygienemaßnahmen
  • Besucher-/Kundenzählgeräte

 

Zur Berücksichtigung der besonderen Corona-Situation sind Hygienemaßnahmen einschließlich investiver Maßnahmen entgegen der sonst gültigen Vorgaben auch förderfähig, wenn sie nach dem 1. Januar 2021 begründet sind.

03.05.2021 Timo Leusing, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater

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