ESt - Digitale Wirtschaftsgüter: BMF regelt die Sofortabschreibung

Nach dem jetzt veröffentlichen BMF-Schreiben vom 26.2.21, IV C 3 - S 2190/21/10002 :013 kann für bestimmte materielle Wirtschaftsgüter „Computerhardware“ und bestimmte immaterielle Wirtschaftsgüter „Betriebs- und Anwendersoftware“ eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von einem Jahr zugrunde gelegt werden.

Bislang sind z. B. die Anschaffungskosten eines Computers über drei Jahre abzuschreiben, wenn sie mehr als 800 EUR (netto) betragen.

Legt der Steuerpflichtige aber nun eine Nutzungsdauer von einem Jahr zugrunde, sind die Anschaffungs- und Herstellungskosten im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe als Betriebsausgaben (gilt z. B. für Selbstständige und Gewerbetreibende) oder Werbungskosten (Arbeitnehmer) abziehbar.

Der Begriff „Computerhardware“ umfasst z. B.

  • Computer
  • Notebook-Computer
  • Workstations
  • Dockingstations
  • externe Speicher- und Datenverarbeitungsgeräte
  • sowie Peripheriegeräte.

Der Begriff „Software“ im Sinne dieses Schreibens erfasst

  • die Betriebs- und Anwendersoftware zur Dateneingabe und -verarbeitung.

Dazu gehören auch die nicht technisch physikalischen Anwendungsprogramme eines Systems zur Datenverarbeitung sowie neben Standardanwendungen auch auf den individuellen Nutzer abgestimmte Anwendungen (z. B. ERP-Software).
Das Schreiben findet erstmals Anwendung in Gewinnermittlungen für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.20 enden (also in der Regel ab 2021). In diesen Gewinnermittlungen können dann Restbuchwerte von entsprechenden Wirtschaftsgütern, die in früheren Wirtschaftsjahren angeschafft oder hergestellt wurden und bei denen eine andere als die einjährige Nutzungsdauer zugrunde gelegt wurde, vollständig abgeschrieben werden. (Quelle: IWW-Institut, Würzburg)

Die steuerlichen Erleichterungen durch die Sofortabschreibung sind zu begrüßen. In der grundsätzlichen Praxis wird es vermutlich an einigen Stellen Auslegungsfragen geben, ob eine bestimmte Anschaffung nun unter die Neuregelung fällt oder nicht. Es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Finanzämter und insbesondere die Betriebsprüfer in der Zukunft damit umgehen.
Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne mit Auskünften zur Verfügung.

23.03.2021 Renate Pingel, Steuerberaterin

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