Informationen zu Unterstützungsmaßnahmen zum Corona-Virus / COVID-19

Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Unterstützungsmaßnahmen im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Corona-Virus/COVID 19 zusammengetragen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Unternehmen von den Auswirkungen des Virus betroffen ist:

1) Steuerliche Unterstützungsmaßnahmen
Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung
Die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung (1/11) kann auf € 0,00 herabgesetzt und bereits getätigten Zahlungen können vom Finanzamt erstattet werden. Dazu ist ein Antrag bei dem entsprechenden Finanzamt zu stellen. Die Dauerfristverlängerung bleibt in diesen Fällen weiterhin bestehen. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Voraussetzungen für die Beantragung:

  • Nordrhein-Westfalen
    Die Finanzämter in NRW setzen die Sondervorauszahlung auf € 0,00 herab bei krisenbetroffenen Unternehmen.
  • Niedersachsen
    Hier erfolgt die Herabsetzung der Sondervorauszahlungen nur in einem bestimmten Maße; erwartet das Unternehmen zum Beispiel nur 50 % der Umsätze des Vorjahres, kann die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung auch nur um 50 % herabgesetzt werden.

Herabsetzungsanträge KSt / GewSt / ESt
Auf Antrag beim Finanzamt können die Vorauszahlungen an Körperschaft-, Gewerbe- und Einkommensteuer herabgesetzt werden.

Stundungsanträge
Für Steuerzahlungen kann beim Finanzamt eine Stundung beantragt werden. Die Stundung kann zu einer übergangsweisen Schonung der Liquidität des Unternehmens beitragen. Es besteht beispielweise die Möglichkeit Umsatzsteuerzahlungen zu stunden. Gleichzeitig kann von dieser Möglichkeit bei ergangenen Steuerbescheiden für Vorjahre Gebrauch gemacht werden.
In diesen Fällen ist zu beachten, dass es sich lediglich um Stundungen und nicht um einen Erlass handelt, so dass die gestundeten Beiträge zu einem späteren Zeitpunkt an die jeweiligen Stellen abzuführen sind.

Vollstreckungsmaßnahmen
Für Unternehmen, die unmittelbar von den wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus betroffen sind, wird bis Ende des Jahres 2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge verzichtet.

2) Erleichterungen bei der sozialversicherungsrechtlichen Beitragszahlung

In Einzelfällen kann auch die Stundung der Lohnsteuer und der Sozialversicherungsbeiträgen beantragt werden. Bzgl. der Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen verweisen wir auch auf das Schreiben der GKV.

3) Kurzarbeitergeld (KuG)

Wenn es aufgrund von Betriebsschließungen oder sonstiger Umstände, die im Zusammenhang mit der Corona-Krise verursacht worden sind, zu einer notwendigen Arbeitszeitverringerung kommt, kann bei der zuständigen Agentur für Arbeit ein Antrag auf Kurzarbeitergeld gestellt werden.

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 % der Differenz zwischen dem pauschalierten Nettoentgelt, das ohne einen Arbeitsausfall gezahlt worden wäre, und dem pauschalierten Nettoentgelt aus dem tatsächlich erhaltenen Arbeitsentgelt. Für Arbeitnehmer, mit mindestens einem Kind im Haushalt, beträgt es 67 %. Das Kurzarbeitergeld kann grundsätzlich für einen Zeitraum von 12 Monaten gewährt werden. Folgende Voraussetzungen sind für die Beantragung des Kurzarbeitergeldes zu beachten:

  • Es reicht, wenn 10% der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, damit ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen kann.
  • Sozialversicherungsbeiträge werden bei der Kurzarbeit vollständig von der Bundesagentur für Arbeit erstattet.
  • Kurzarbeitergeld ist auch für Beschäftigte in Zeitarbeit möglich; nicht aber für geringfügig Beschäftigte (Minijob)
  • der Urlaub aus dem Jahr 2019 und die aufgelaufenen Überstunden müssen vor Beginn der Anzeige über den Arbeitsausfall abgebaut werden
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.

Für Auszubildende gelten in Bezug auf das Kurzarbeitergeld besondere Regelungen. Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie zunächst Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen. Weitere Informationen erhalten Sie unter:
https://www.ihk-nordwestfalen.de/coronavirus/insolvenz-und-kurzarbeit-4741340#titleInText0

Anzeige über Arbeitsausfall

Der Antrag zum Kurzarbeitergeld ist bis zum Ende des jeweiligen Monats, in dem die Kurzarbeit angefallen ist, bei der Bundesagentur für Arbeit zu stellen.

https://www.arbeitsagentur.de/datei/anzeige-kug101_ba013134.pdf

Der Anzeige über den Arbeitsausfall sind die Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern über die Kurzarbeit hinzuzufügen. Dazu empfehlen wir, von den betroffenen Mitarbeitern deren schriftliche Zustimmung einzuholen.

Mitteilung der Stunden für die Abrechnung der Kurzarbeit

Die geleisteten sowie die ausgefallenen Stunden sind genau zu dokumentieren. Bei Bedarf können wir Ihnen hierzu eine entsprechende Vorlage zur Verfügung stellen. Die Aufzeichnung dient der Abrechnung der Arbeitnehmer.

Weitere Informationen: https://www.arbeitsagentur.de/

Zahlungsfluss

Der Arbeitgeber zahlt das Kurzarbeitergeld an den Arbeitnehmer aus und tritt diesbezüglich in Vorleistung. Im Anschluss daran rechnet er das Kurzarbeitergeld mit der Agentur für Arbeit ab. Das Kurzarbeitergeld ist eine Erstattungsleistung und wird rückwirkend an den Arbeitgeber gezahlt.

Steuerliche Berücksichtigung

Das Kurzarbeitergeld als Entgeltersatzleistung ist durch den Arbeitnehmer im Rahmen seiner Steuererklärung unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts zu versteuern. Dieses sollte den Arbeitnehmern mitgeteilt werden.

4) Liquiditätssicherungssicherungsmaßnahmen

Tilgungsverschiebungen / Tilgungsaussetzungen

Um die Möglichkeit evtl. Tilgungsverschiebungen oder Tilgungsaussetzungen in Anspruch zu nehmen, sollten Sie mit der jeweiligen Bank frühzeitig Kontakt aufnehmen. Die Banken sind in der jetzigen Phase relativ kooperativ, was die Umsetzung dieser Maßnahmen betrifft.

KFW-Darlehen

Hinsichtlich einer Beantragung von KFW-Darlehen (ERP-Gründerkredit, etc.) sollten Sie sich an ihre Hausbank wenden. Diese kann dann weitere Maßnahmen in die Wege leiten. In der Regel sind hier die letzten Jahresabschlüsse (2018, 2019) bzw. die vorläufigen Zahlen 2019 und evlt. BWA`s aus 2020 den Banken zur Verfügung zu stellen. Auch besteht die Möglichkeit, dass die Banken eine Aufstellung der Fixkosten für die kommenden Monate oder Planungsrechnungen sowie eine Vorschau der Liquidität anfordern werden. Dieses kann gleichermaßen für die Tilgungsverschiebungen und Tilgungsaussetzungen gelten. Gerne stehen wir Ihnen hier zur Seite und unterstützen Sie bei der Aufbereitung der Unterlagen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/coronahilfe.html

5) Soforthilfen

Für weitergehende Informationen verweisen wir auf die folgende Seite: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/coronahilfe.html
Die Soforthilfen auf Landesebene sind zu unterscheiden. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Zuschüsse nicht steuerfrei gewährt werden und unter bestimmten Umständen zu einer steuerlichen Mehrbelastung führen.

Nordrhein-Westfalen

Soforthilfen für Kleinunternehmen

  • Maßnahme: Das Soforthilfeprogramm für kleine und mittlere Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbstständige und Freiberufler des Landes Nordrhein-Westfalen baut auf dem Hilfsprogramm des Bundes auf. NRW stockt das Programm auf und zahlt Unternehmen mit 10 bis 50 Beschäftigten ebenfalls einen Zuschuss.
  • Höhe der Soforthilfe in Nordrhein-Westfalen:
     - Bis 5 Mitarbeiter: 9.000 Euro
     - Bis 10 Mitarbeiter: 15.000 Euro
     - Bis 50 Mitarbeiter: 25.000 Euro
  • Rückzahlung: Die Soforthilfe muss nicht zurückerstattet werden.
  • Beantragung: https://www.wirtschaft.nrw/coronavirus-informationen-ansprechpartner

Weitergehende Informationen: https://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020

Niedersachen
ACHTUNG: Ab dem 31. März 2020 hat sich die Beantragung in Niedersachsen geändert. Wurde vor dem 31. März 2020 ein Antrag gestellt, kann die Differenz zur derzeitigen Höhe der Soforthilfe über einen weiteren Antrag als Hilfe aus Bundesmitteln beantragt werden. Konnten beispielsweise vor dem 31. März 2020 für Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten lediglich € 3.000 als Zuschuss beantragt werden, so können mit einem weiteren Antrag über Bundesmittel weitere € 6.000 beantragt werden.

Zuschüsse für Solo-Selbständige, Kleinst- und Kleinunternehmen

  • Antragsberechtigte: Zielgruppe sind Unternehmen, freiberuflich Tätige und Solo-Selbständige (auch Künstler und Kulturschaffende). Auch Start-ups die jünger als 5 Jahre sind erhalten den Zuschuss.
    Höhe der Soforthilfe in Niedersachsen:
    - Bis 5 Beschäftigte: 9.000 Euro
    - Bis 10 Beschäftigte: 15.000 Euro
    - Bis 30 Beschäftigte: 20.000 Euro
    - Bis 49 Beschäftigte: 25.000 Euro
    - Beantragung: erfolgt über das Kundenportal der NBank.

Weitergehende Informationen: https://www.nbank.de/Unternehmen/Investition-Wachstum/Niedersachsen-Soforthilfe-Corona/index.jsp

Gerne helfen wir Ihnen als Team der euregioTAX PartGmbB bei Fragen weiter und unterstützen Sie bei der Antragsstellung gegenüber dem Finanzamt und der Beantragung von Soforthilfen. In diesen schweren Zeiten müssen wir zusammenstehen und werden so diese Zeit meistern.

07.04.2020 euregioTAX 

 

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