Streuwerbeartikel in der Finanzbuchführung

Streuwerbeartikel sind Werbemittel, die durch ihre breite Streuung eine Vielzahl von Menschen erreichen und somit den Bekanntheitsgrad des Unternehmens steigern. Meist sind das Kugelschreiber, Feuerzeuge oder ähnliche Kleinartikel, die mit dem Logo des Unternehmens bedruckt sind. Unabhängig von der Betragsgrenze von 10 EUR, die immer im Raum steht, kommt es vor allem darauf an, ob die Zuwendung individualisiert und/oder an einen bestimmten Empfängerkreis verteilt wird. Wenn dieses der Fall ist, handelt es sich immer um Geschenke i. S. d. § 4 Abs. 1 Nr. 1 EStG.

Bei über 35 EUR scheidet der Betriebsausgabenabzug aus und der Empfänger hat eine steuerpflichtige Einnahme zu versteuern, soweit er Unternehmer ist. Hier kommt unter Umständen die Pauschalversteuerung nach § 37b EStG in Betracht.

Praxistipp:
Besonderer Bedeutung in der Praxis kommt der Einzelaufzeichnungspflicht nach § 4 Abs. 7 EStG zu. Danach sind beschränkt abziehbare Betriebsausgaben (z. B. Geschenke) einzeln und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben aufzuzeichnen. Soweit gegen diese Aufzeichnungspflichten verstoßen wird, entfällt der Betriebsausgabenabzug in vollem Umfang.

Es ist also dringend zu empfehlen, neben den Geschenken auch für Streuwerbeartikel ein gesondertes Finanzbuchhaltungskonto einzurichten und diese nicht auf ein Sammelkonto mit allen anderen Werbeaufwendungen zu buchen. Wird nämlich im Rahmen einer Betriebsprüfung festgestellt, dass es sich nicht um Streuwerbeartikel, sondern um Geschenke handelt, sind sie zumindest der Einzelaufzeichnungspflicht nachgekommen und der Betriebsausgabenabzug kann mit dieser Begründung nicht versagt werden.

Fundstelle
Verfügung der OFD Frankfurt am Main, 27.02.2019, S. 2145 A - 005 - St 210, DB 2019 S. 639 / Quelle: Haas – Steuernachrichten 30.09.2019

12.11.2019 Renate Pingel, Steuerberaterin