Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge des Kindes - Sonderausgaben bei den Eltern?

Wenn Eltern ihrem Kind die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge - die der Arbeitgeber von der Ausbildungsvergütung einbehalten hat - erstatten, sind die Beiträge bei den Eltern als Sonderausgaben abzugsfähig.
Als eigene Beiträge des Steuerpflichtigen zur Basiskrankenversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a EStG) und zur gesetzlichen Pflegeversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe b EStG) werden auch die vom Steuerpflichtigen im Rahmen der Unterhaltsverpflichtung getragenen eigenen Beiträge eines Kindes behandelt, für das ein Anspruch auf einen Kinderfreibetrag (§ 32 Abs. 6 EStG) oder auf Kindergeld besteht (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 2 EStG).

Das betrifft die Fälle, in denen das Kind selbst kranken- und pflegeversichert ist. Dies kann auf einer eigenen Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Kranken- bzw. Pflegeversicherung oder auf einem entsprechenden eigenen Versicherungsvertrag mit einem Privatversicherer beruhen.
Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber die Beiträge von der Ausbildungsvergütung des Kindes einbehalten hat.

Voraussetzung ist, dass

  • die Beiträge von den Eltern im Rahmen ihrer Unterhaltsverpflichtung getragen werden. D. h. die Beiträge müssen zusätzlich zum Regelunterhalt tatsächlich gezahlt werden, ggf. im Wege der Erstattung an das Kind.
  • eine (weitere) Voraussetzung für den Abzug nicht unmittelbar selbst geschuldeter Sonderausgaben ist eine entsprechende Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind

05.02.2019 Renate Pingel, Steuerberaterin